Dienstag, 27. Dezember 2005

Painter Man

das bild zeigt einen mann mit gleichem namen. mit proust hat er aber nix am hut Heute in der FR. erinnert Ina Hartwig an George Painters wegweisende Proust-Biografie von 1965: "Im Juni 1895 begann ein tragikomischer Abschnitt in Prousts Leben: er wurde Bibliothekar." Diesen tadellosen Satz schrieb einer, der es in dieser Profession ein bisschen länger, ja sehr lange ausgehalten hat: George Painter nämlich, der erste umfassende Biograph Marcel Prousts. Nach einem Studium der Altphilologie in Cambridge schob der 1914 geborene Painter Dienst am Department of Printed Books des Britischen Museums. Als 1959 der erste Band seiner Proust-Biographie erschien - der zweite folgte 1965 -, da verzeichnete die Autornotiz, "gegenwärtig" arbeite Painter "an einer Biographie Chauteaubriands", die dann 1977, also 18 Jahre später, tatsächlich erscheinen sollte. Damit wäre hinreichend belegt, dass dieser britische Gentleman die französische Literatur besonders liebte, dass er fleißig neben seinem Hauptberuf des Bibliothekars sich dem Verfassen hochmögender Lebensgeschichten widmete und sich dennoch, in the long run, nicht verzettelte... Inzwischen sind viele weitere Biographien zu Proust entstanden, es wurde die Korrespondenz berücksichtigt, die Automobiltechnik und die Psychoanalyse, aber niemand hat mehr so unbefangen über dieses Leben geschrieben wie Painter. Er war von der Idee erfüllt, in jeder Figur der Recherche ein bis zehn Vorbilder nachzuweisen; Painter war - man kann es nicht anders sagen - vorbildbesessen. P.S. Der Mann auf dem Bild heißt zwar genauso, hat mit Proust aber nix am Hut. Dafür wurde er am 26. Januar 1884 in Chicago gehängt.

Evidence of Adventure

ladies

Irgendwo auf den letzten Seiten unten in einem Magazin war eine Werbung von der Berliner Gallerie die im Moment Jen Rays Illustrationen unter dem EinsA-Titel "Evidence of Adventure" ausstellt. Das sehr schöne Bild zu dem Hinweis zeigt einen Bären und eine Frau. Das Bild heißt auch so und ist sehr hübsch. Keine Ahnung wieso genau. Erinnert mich an ein Kinderbuch von Gina Ruck-Pauquet. Oder an irgendwas anders. Das schreibt der Katalog:

"Jen Rays Arbeiten stellen Bezüge zu den von Erotik, Sex und Gewaltphanatsie geprägten Modefotografien von Guy Bordin her. Darüberhinaus findet der Betrachter in ihnen Verweise auf die psychosexuellen Zeichnungen von Rudolf Schlichter sowie die mondänen „Justine“ Comics von Guido Crepax. Oftmals erwecken die opulenten, detailverliebten und mit feinem Strich ausgeführten Papierarbeiten auch Erinnerungen an eine Glam-Rock-Ästhetik der 70er Jahre. Insignien wie Kostümierung und Maskerade, sexuelle Transparenz und Überschreitung sind dabei von besonderer Bedeutung."

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